Heinz Habegger, der Kämpfer

Der Siegermuni des Emmentalischen Schwingfests 2020 in Trubschachen hat eine Gotte und zwei Göttis. Wir stellen die drei Leute kurz vor – den Anfang macht Schwinger Heinz Habegger.

Emmentalisches Schwingfest 2014 in Schüpbach. Heinz Habegger schwingt bärenstark, legt einen Gegner nach dem andern auf den Rücken. Am Schluss belegt er den zweiten Rang, unmittelbar hinter König Matthias Sempach, aber vor Kilian Wenger, Christian Stucki und allen anderen. „Dieses Fest war super. Mein grösster Erfolg“, sagt der Sennenschwinger aus Fankhaus, der bisher 29 Kränze gewonnen hat und für seinen wuchtigen „Churz“ bekannt ist.

Einige Monate später, im Frühjahr 2015, erhält Heinz Habegger vom Arzt die niederschmetternde Diagnose: Darmkrebs. Wie ein „Chlapf zum Gring“ sei das gewesen, sagt er rückblickend. Zwölf Chemotherapie-Serien muss er über sich ergehen lassen. Doch er gibt nicht auf, arbeitet während den Therapien daheim auf dem Bauernhof weiter, schöpft Kraft aus der Familie und der Natur. So schafft er das, was viele als Wunder bezeichnen: Schon in der Saison 2016 kehrt auf die Schwingplätze zurück, gewinnt sowohl am „Oberländischen“ wie auch am „Emmentalischen“ den Kranz. Und das wichtigste: Er ist wieder gesund.

Mittlerweile ist Habegger 34-jährig und engagiert sich auch als Jungschwingerleiter beim Schwingklub Trub. Im kommenden Frühjahr nimmt er nochmals eine Saison als Aktiver in Angriff. Das Emmentalische Schwingfest 2020 in Trubschachen sei eines seiner letzten grossen sportlichen Ziele, sagt er. Deshalb ist Heinz Habegger prädestiniert, Götti des Siegermunis zu sein. Und wer weiss: Vielleicht gewinnt er den Muni ja sogar selbst. Gönnen würden es ihm alle. Ausnahmslos alle. (maz)

Der bewegende Beitrag über Heinz Habegger im Sportpanorama vom 17. Juli 2016: