Michelle Moser, die Musikalische

„Trubschachen 2020“ ist nicht nur das Emmentalische Schwingfest, sondern auch das Oberemmentalische Jodlertreffen. Deshalb hat der Siegermuni des Schwingfests eine Jodlerin als Gotte: Michelle Moser.

Ein paar junge Leute sitzen gemeinsam im Auto. Sie fahren vom Ausgang nach Hause. Die Stimmung ist ausgelassen, man beginnt zu singen. Plötzlich kommt eine der Frauen auf die Idee: „Wir sollten öfter zusammen singen. Wie wärs, wenn wir ein Chörli gründen?“

Die Frau heisst Michelle Moser und lebt im Hämelbach bei Trubschachen. Sie ist seit jeher musikalisch, spielt Schwyzerörgeli und hat sich – mit Hilfe von Lernvideos aus dem Internet – das Klavierspielen beigebracht. Die Idee, mit den Kolleginnen und Kollegen ein Chörli zu gründen, geht ihr nach dieser Heimfahrt vom Ausgang nicht mehr aus dem Kopf. Schliesslich wird der Plan umgesetzt: Gemeinsam gründet man das Jodlerchörli Gränzelos, dem sieben Leute im Alter von 15 bis 20 Jahren angehören. Das Chörli hat Auftritte in der Kirche, an Geburtstagen oder in Altersheimen. Letztere mag Michelle Moser besonders: „Die alten Leute haben Freude an unseren Liedern. Sie erinnern sich an frühere Zeiten, singen mit – das rührt mich sehr.“

Michelle Moser ist 20-jährig und arbeitet als Fachfrau Betreuung im Behindertenbereich. Jeden Dienstagabend hat sie mit dem Jodlerchörli Gränzelos Probe, daneben engagiert sie sich als Leiterin in der Jugi Trubschachen. Eine weitere Leidenschaft ist das Reisen; vor wenigen Tagen ist sie für zwei Monate nach Afrika aufgebrochen, wo sie in einem Kinderheim arbeitet. Kurz vor der Abreise war sie an der Taufe des Siegermunis des Emmentalischen Schwingfests 2020 in Trubschachen dabei. Sie fühle sich geehrt, Gotte zu sein, sagt sie. Die Ehre ist ganz unsererseits. (maz)

Das Jodlerchörli Gränzelos bei einem Auftritt in der Kirche Trub: